Olaf-Gerd Gemein

Business Architekt, Smart Cities Lab, Smart MaaS Initiator

„Aus Anwendersicht ist MaaS offensichtlich: In einer App können Nutzer sich ein vollständiges Bild von dem örtlich aktuell vorhanden Mobilitätsangebot machen, eine Route bzw. Optionen auswählen und das Ticket buchen. Diese Entscheidungen entsprechen dann den individuellen und aktuellen Bedürfnissen. Hinter dem Vorhang ist es komplizierter, besonders wenn es um die richtige Governance geht. Jeder Mobilitätsdienstleister, ob öffentlich oder privat, schützt traditionell seine Vertriebskanäle und will seine Kunden „besitzen“. Können diese sich auch beim “Teilen” (sharing economy)  wohlfühlen? Aus Sicht der Städte definieren diese “gemeinsame” Mobilität traditionell als öffentliche Verkehrsmittel, die bisher immer noch streng kontrolliert und subventioniert werden (müssen). Wie können Städte den öffentlichen Verkehr am besten überdenken – private Dienstleister einbeziehen und MaaS- Ökosysteme ermöglichen? Fortsetzung der Monopole oder offener Marktplatz? Private Mobilitätsanbieter müssen ein tragfähiges Unternehmen führen, um zu überleben. Wie können Städte eine intelligente Governance nutzen und attraktive Infrastruktur- und Lizenzbedingungen schaffen?

Hier setzt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt an: SmartMaaS zeigt auf Basis und weiteren spezifischen Entwicklungen eines modularen und offenen Komponenten-Frameworks wie eine offene Plattform im Kontext einer Smart City um innovative Mobilitätsaspekte bei der Verkehrsmittel- und Routenauswahl aussehen kann und sollte. Dabei sollen sowohl Städte wie auch ländliche Regionen einbezogen werden, sowie die domainspezifischen Erfahrungen zahlreicher nationaler und internationaler Mobilitätsprojekte, Verbände und innovativer Anbieter. Umgesetzt werden auch zwei prototypische Dienste: bei „Multimodale Mobilität“ geht es darum, dass ÖPNV- und CarSharing -Anbieter ihren Kunden zusätzliche Mobilitätsangebote machen können. Für die Kunden bedeutet dies die Möglichkeit zusätzliche Mobilitätsdienste mit einem Ticket (Bus, Bahn, Auto, Fahrrad) buchen zu können. Im zweiten Dienst „Schadstoff-Flatrate“ geht es darum, dass Städte und Gemeinden im Bedarfsfall (z.B. Feinstaubalarm) nicht nur ÖPNV vergünstigt anbieten, sondern auch weitere umweltschonende Transportmöglichkeiten (eAuto, Fahrrad) incentivieren können.
Smart MaaS setzt auf FIWARE Technologie, Softwarebausteine und Schnittstellen, die kostenfrei jedem zur Verfügung stehen. FIWARE ist ein modernes Komponenten Framework (eine „Middleware“), welches selbst sowohl national als auch international Standards gesetzt hat und sich an vielen internationalen Standardisierungsbemühungen maßgeblich beteiligt hat; Standardisierung ermöglicht überhaupt erst die Entwicklung eines gemeinsamen Marktes, eines Marktplatzes oder auch einer „Datenplattform“ zum Austausch von spezifischen Informationen (Preis, Ticket, Strecken, Fahrpläne etc.).”